1.2 Was ist Spam?
Unter Spam versteht man unverlangt zugestellte
E-Mails (Definition der Kommission der Europ. Gemeinschaften). Der Name
"Spam" ist dem Dosenfleisch SPAM (Spiced Porc and Ham)
der Firma Hormel Foods entliehen, weitere Information gibt es direkt vom Hersteller.
Die meisten Spams sind kommerziell und werden
aufgrund der geringen Kosten für den Versender in grossen Massen
verschickt (100'000 bis Millionen). Allein die Kosten für den
Download werden weltweit auf 10 Mrd. Euro geschätzt. Man kann
folgende Typen unterscheiden:
- Kommerzielle Spams (UCE = Unsoliticed Comercial
E- Mail: Unerbetenes Kommerzielles E-Mail)
- Kettenbriefe / Viruswarnungen
- E-Mails mit betrügerischer Absicht: SCAM, Phishing
- Durch Viren / Würmern versandte E-Mails
- Von Mailservern generierte Fehlermeldungen (Bounces) als Folge von Viren und Wurmmails
1.2.1 Kommerzieller Spam
Ein kommerzieller Spammer führt eine
Datenbank mit teilweise mehreren Millionen Adressen. Diese kann er z.B.
durch das gezielte (mit einem Programm automatisierte) Absuchen von
Newsgroups, Homepages oder E-Mailverzeichnissen, aber auch durch
Durchprobieren gängiger Adressen (webmaster@..., info@... usw.)
erhalten. Das Versenden der E-Mails funktioniert ebenfalls automatisch,
da der Versand von E-Mails fast nichts kostet, spielt es keine Rolle,
wenn viele Adressen ungültig sind.
Programme zum Auslesen von Newsgroups sind sehr
einfach zu schreiben und sehr ergiebig.
Um nicht viele Fehlermeldungen wegen
ungültiger Adressen oder gehässige Antworten zu erhalten,
setzt der Spammer eine falsche Rückantwortadresse ein, die es
zusätzlich schwierig macht, seine Identität herauszufinden.
Kommuniziert werden kann nur per Post oder Fax. Da so für
Beschwerden Kosten anfallen, erhoffen sich Spammer, weniger
Negativreaktionen zu erhalten.
Zusätzlich verwendet ein erfahrener Spammer
nicht den Mailserver seines Providers, sondern einen anderen,
ungeschützten Mailserver. Damit erschwert der Spammer
Gegenmassnahmen, da ungeschützte Mailserver oft keinen
(fähigen) Administrator haben oder einen, dem Reklamationen egal
sind.
Trotzdem hinterlassen Spammer ihre Spuren.
Ausserdem müssen Spammer irgendwo im E-Mail auch eine
Kontaktadresse angeben, damit ihre Produkte wenigstens theoretisch
gekauft werden können.
Wie verdienen Spammer Geld?
Ein besonderes Merkmal von Spam ist, dass fast
sämtliche Kosten nicht vom Spammer, sondern von den
Empfängern und den Providern bezahlt werden müssen.
Möglich macht dies die Eigenheit des SMTP- Protokolls (mit welchem
E-Mails versandt werden), welches ermöglicht, dass der Versender
von E-Mails den Text des Spams zusammen mit einer Liste von 100
E-Mailadressen schicken kann und der Mailserver dann diese Liste
abarbeitet. Der Spammer trägt somit nur rund 1/100 der anfallenden
Kosten. Auch fällt beim Spamming keinerlei Arbeit an. Es
existieren Programme, die den vollautomatischen Versand von Millionen
von E-Mails ermöglichen (was ja grundsätzlich sinnvoll ist,
jedoch auch zu Spamming missbraucht werden kann). Dementsprechend muss
der Spammer nur das Programm starten und kann dann einer anderen
Tätigkeit nachgehen, während sein Programm hunderttausende
von Leuten belästigt.
Aufgrund der geringen Kosten rechnet sich Spamming
für den Spammer schon bei sehr wenigen positiven Reaktionen. Wenn
auf 5 Millionen Spams 5 Personen ein Produkt für Fr. 100 kaufen,
lohnt sich das Geschäft bereits. Für die beim Versand
tatsächlich anfallenden Kosten muss der Spammer ja nicht
aufkommen.
Jeder, der Spam erhält, wird merken, dass mit
Spam hauptsächlich für Dinge geworben wird, für die es
sich nicht lohnt, in andere Werbemittel zu investieren, entweder weil
das beworbene Produkt praktisch wertlos oder aber sogar illegal ist.
1.2.2 Kettenbriefe
Kettenbriefe sind meist nicht das Werk von
professionellen Spammern. Oft enthalten sie einen Hinweis, das E-Mail an
alle Personen, die man kennt, weiterzuverschicken. Ihr Ursprung ist oft ein
aus dem Ruder gelaufener Streich oder die Unkenntnis der Sender.
Andere Kettenbriefe versprechen den Versendern
grosse Geldsummen und empfehlen, professionelle Spam- Programme
einzusetzen. Mathematisch lässt sich leicht nachprüfen, dass
die Gewinnversprechungen völlig absurd sind.
1.2.3 Viren
Viele Viren nützen eine bekannte
Schwäche des E-Mailprogramms Microsoft Outlook Express aus. Dieses
stellt Anhänge als Text-Dokumente oder ähnliches dar, obschon
sich in Wirklichkeit ein Programm dahinter verbirgt, welches beim
Anklicken ausgeführt wird. Auf diese Weise wird ein Virus
installiert, welcher sich an diverse E-Mailadressen verschickt, die er
z.B. im Adressbuch des E-Mailprogrammes findet. Darunter fallen Viren
wie Sober, NetSky u.a. Durch die hohe Verbreitung von Mircosoft
Outlook Express verbreiten sich solche Viren oft lawinenartig über
die ganze Welt. Genauso so häfig wie Viren und Würmer selbst
sind mittlerweile die Fehler- und Abfangmeldungen der Mailserver und
Virusscanner. Leider ist der Absendet eines Email-Wurms selten auch der
richtige Absender. Daher bringen diese Server-Emails überhaupt nichts,
und können ebenfalls als SPAM angesehen werden.
Was gegen Virenmails tun?
Die oftmals lawinenartige Verbreitung von
Virenmails macht es sehr schwierig, etwas gegen Virenmails zu tun.
Grundsätzlich kann man den Absender wie bei gewöhnlichen
Spammails ermitteln und den Provider bitten, seinem Kunden eine
Mitteilung zu schicken. Wichtig wäre vor allem, sich nicht selbst
an der Verbreitung zu beteiligen. Virenscanner, wie sie vielerorts
angeboten werden, bieten nur eine trügerische Sicherheit. Viren,
die sich per E-Mail verbreiten, gehen innert Stunden um die Welt, viel
schneller, als dass irgend ein Anbieter von Anti- Virus Software
reagieren könnte. Wichtig wäre vor allem, das eigene
E-Mail-Programm sinnvoll zu konfigurieren und dafür zu sorgen dass
Ihr PC immer die neusten Service-Packs und Security-Patchs installiert bekommt.
Attachments sollten nie mit einem Programm, welches Inhalte ausführt,
betrachtet werden, sondern mit einem sog. Viewer. Ausserdem sollten Sie sich
z.B. Textdokumente in sicheren Formaten wie rtf schicken lassen, anstatt als
Word Dokument, welches potentiell Viren enthalten könnte.
Wir empfehlen Ihnen auf jeden Fall den Anti-Virus Schutz auf unserem Server
bei Ihrer E-Mail Adresse nicht zu deaktivieren.
1.2.4 SCAM
Scam bedeutet übersetzt Betrug oder Schwindel. Als Scam werden im
Internet Angebote bezeichnet, die einzig und alleine den Zweck haben, Geld durch Betrug zu machen.
Scam ist heutzutage weitgefächert. Die Viagrapillen oder die Mails der berühmten
Nigeria-Connection sind nur ein kleiner Teil. Die Nigera-Conncetion zum Beispiel, versucht immer
wieder durch Spammails die Aufmerksamkeit und die Gutgläubigkeit der Menschen auszunutzen.
In ihren Mails versprechen sie den schnellen und grossen Reichtum. Man solle Ihnen helfen riesige
Dollarbeträge ausser Landes zu schaffen. Hierzu sollen die Opfer als Mittelsmann dienen
und werden unter obskuren Gründen und Versprechungen um ihr Geld betrogen.
1.2.5 Phishing
Unter Phishing (englisch) versteht man eine Art von Trickbetrug
mit Methoden des Social Engineerings. Dabei versucht ein Betrüger, Internet-Benutzer
durch E-Mails oder andere Tricks dazu zu bringen, gefälschte Websites
zu besuchen und dort persönliche Informationen wie Bankzugangsdaten, Kreditkartennummern
oder ähnliches einzugeben. Phishing ist demnach eine häufige Variante des
Identitätsdiebstahls. Die Mails erwecken den Eindruck, dass sie von einer
vertrauenswürdigen Stelle stammen und sind meist seriös aufgemacht.
Der Empfänger - das "Opfer" - erhält z. B. eine E-Mail, bei der er seine Bank
für den Absender hält. In Wirklichkeit steckt aber hinter der Versendung der E-Mail
ein Datendieb. Der Empfänger wird in dieser E-Mail gebeten, seine Bankzugangsdaten
zu überprüfen - und soll diese zu diesem Zweck noch einmal in einem Webformular
eintippen. Absender und die Ziel-Seiten haben meistens gefälschte Namen oder Bezeichnungen,
die ähnlich klingen wie die offiziellen Seiten oder Firmen, auf die Bezug genommen wird.
Die Zielseiten mit dem Webformular haben das gleiche Aussehen wie die Originalseiten - sie sind
also nur sehr schwer als Fälschungen identifizierbar. Weitere Informationen dazu finden
Sie auf Wikipedia, woher auch dieser Text
stammt.
1.3 Wieso ist Spam schlecht?
Das grosse Problem des Spams ist die
Überwälzung der Kosten auf die Empfänger und die
Provider. Das SMTP- Protokoll, welches technisch den Versand von
E-Mails regelt, ermöglicht es, zu einem E-Mail eine Liste von 100
Empfängern anzugeben, an welche der Mailserver das Mail
verschickt. Wenn der Spammer also eine Million E-Mails versenden will,
muss er lediglich 10'000 mal ein E-Mail verschicken. Die ganze
restliche Last tragen die Provider und die Empfänger. Allein die
Kosten des Downloads von Spam- Mail bei den Empfängern werden auf
weltweit jährlich 10 Mrd. Euro geschätzt. Ein anderes Problem
sind die durch den Spam- Versand entstehenden Verzögerungen und
Ausfälle. Alle auf dem Mailserver zum Versand anstehenden Mails
landen in einer Warteschleife. Wenn ein Spammer nun 1'000'000 Spams in
die Warteschleife setzt, müssen auch normale Mails hinten anstehen
und werden so erst mit erheblicher Verzögerung weiterverschickt.
Viele Mailboxen haben auch heute noch eine
Grössenbeschränkung. Oft passiert es, dass z.B. bei
Ferienabwesenheit so viel Spams eintreffen, dass die Mailbox
überfüllt ist und reguläre Mails abgewiesen werden.
Durch übermässige Nutzung können Server mitunter sogar
abstürzen, was massive Verzögerungen und gravierende
Schäden zur Folge hat.
Spams sind somit ein Ärgernis für alle
E-Mail Benützer. Sie machen viele Dienstleistungen unmöglich
oder erschweren sie gravierend. Schätzungen gehen z.B. davon aus,
dass das Google-Usenet- Archiv (ehemals Dejanews), welches Newsgroups
Postings aufbewahrt, zu rund 30% aus Spam besteht. Mailinglisten
können vielfach nur mit einem Moderator geführt werden,
welcher Spam- Mails vorgängig löscht. Viele Personen geben
auch ihre Mailadresse nicht mehr an, aus angst, zugespammt zu werden.
Dies erschwert die Kommunikation oder macht sie unmöglich. Alle
ernstzunehmenden E-Maildienste investieren viel Arbeit und Geld
für Spamschutzmassnahmen.
Die Spammer selbst müssen von diesen Kosten
gar nichts tragen.
Spammer stellen die E-Mailbenutzer vor ein
Dilemma: Denn entweder ist ihre Mailbox regelmässig mit teilweise
dutzenden von Spams verstopft oder sie benutzen Filter und gehen das
Risiko ein, dass auch legitime E-Mails gefiltert werden. Filtersysteme,
die gezielt spamfreundliche oder ignorante Provider komplett sperren
und so besonders effektiv sind, haben den Nachteil, dass sie
seriöse Kunden dieser Provider von der Aussenwelt abschneiden.
Selbst grossen Provider unterlaufen beim Filtern immer wieder Pannen,
wie z.B. diese Nachricht des Heise-Newstickers zeigt. Die
Behauptung einiger Spammer, sie würden sich für die
verfassungsmässig garantierte Meinungsfreiheit einsetzen ist somit
absurd. Das Gegenteil ist der Fall: Spammer zwingen normale Benutzer
dazu, Filter einzusetzen, um die eigenen Mails noch lesen zu
können, mit dem Risiko, legitime Mails zu verlieren.
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